Für die Leistungs- und Grundkurse Sozialwissenschaften des Lise-Meitner-Gymnasiums stand kurz vor den Abiturprüfungen noch ein besonderes Highlight an: In einer dreitägigen Exkursion ging es in die europäische Metropole Brüssel, um die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse zur Europäischen Union einem Praxischeck zu unterziehen.
In einem eng getakteten Programm konnten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Eindrücke gewinnen. Nach der Busankunft im Europaviertel der belgischen Hauptstadt führte die Reisegruppe ein erstes Gespräch in der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Referentin Marie Hasdenteufel. Schwerpunkte waren hier die Wahlen zum europäischen Parlament, die daraus hervorgegangene zweite Kommission unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Lobbyarbeit einzelner Organisationen und Stiftungen vor Ort, um im EU-Parlament und bei der Kommission für das jeweilige Anliegen Gehör zu finden. Weiter ging es mit einer selbst organisierten Stadtführung in zwei Teilen: Zunächst stand ein Spaziergang durch das Europaviertel mit seinen Institutionen an, ehe vom Königspalast aus der Brüsseler Stadtkern entdeckt wurde. An den einzelnen Stationen hatten die Schülerinnen und Schüler Kurzvorträge erarbeitet und fungierten als Fremdenführer.An Tag zwei erkundete die Gruppe schon früh am Morgen das Parlamentarium in Brüssel, welches in einer multimedialen Konzeption den EU-Einigungsprozess abbildet. Danach ging es weiter zum Ausschuss der Regionen, wo die schwedische Referentin in der Diskussion mit der Gruppe deutlich machte, wie die EU versucht, den Ansprüchen und Erfordernissen ihrer unterschiedlichen Landesteile – von Industrieregion bis Polarkreis – gerecht zu werden. Nach der Mittagspause nahm sich Moritz Körner, EU-Parlamentarier aus Düsseldorf, Zeit für die Schülerinnen und Schüler. In einer lebhaften Begegnung mit vielen Schülerfragen standen die aktuellen Herausforderungen für Europa im Zentrum: Wie erreichen wir Frieden für die Ukraine? Wie sollte sich Europa zur Trump-Administration in den USA positionieren? Was macht man mit einem autokratischen Mitgliedsland wie Ungarn? Et cetera. Die Reisegruppe zeigte sich bestens vorbereitet, so dass sich spannende Debatten entwickelten.
Zum Tagesabschluss ging es dann in den großen europäischen Parlamentsaal, wo auf der Besuchertribüne weiter diskutiert wurde und der Rechtsruck innerhalb der europäischen Parteienfamilie und dessen Folgen thematisiert wurden.
Am letzten Tag besuchten die SozialwissenschaftlerInnen die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU und bekamen einen Einblick in das mühsame Handwerk der Diplomatie, welche versucht, komplexe europäische Entscheidungsprozesse im Sinne Deutschlands zu beeinflussen. Überdies forderte die Referentin die Schülerinnen und Schüler auf, darüber nachzudenken, sich als europäische Beamte in den Dienst der Brüsseler Institutionen zu stellen. Hier seien nämlich zurzeit deutsche Kolleginnen und Kollegen unterrepräsentiert. Zum Abschluss stand dann ein Besuch am Atomium, dem Wahrzeichen Brüssels, an, ehe es mit dem Bus zurück Richtung Geldern ging. Jetzt können die schriftlichen Abiturprüfungen kommen – vielleicht ja mit einem Schwerpunkt auf dem „Inhaltsfeld Europa“?! Die Mitreisenden dürften in dieser Hinsicht gut aufgestellt sein…
Cbra25