Jubiläum am Lise: Zum zehnten Mal erlebten die Oberstufenschüler des Lise-Meitner-Gymnasiums im Fach Sozialwissenschaften die schon traditionell zum Schuljahresbeginn stattfindende POL&IS-Simulation in Winterberg.

46 Schülerinnen und Schüler des LMG lernen das Regierungshandwerk in den internationalen Beziehungen.

Für drei Tage beschäftigen sich die Teilnehmer aus den sozialwissenschaftlichen Grund- und Leistungskursen der Qualifikationsphase mit zentralen Problemen der Weltpolitik im Rahmen von POL&IS (Abkürzung für "Politik und Internationale Sicherheit").

Unter der Anleitung von Jugendoffizier David Ginster sowie den Fachlehrern Frau Korpal und Herrn Brauers erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das an der Universität Erlangen entwickelte Simulationsspiel durchzuführen. Innerhalb einer in dreizehn Regionen geteilten Welt wurden komplexe weltpolitische Vorgänge aus der Perspektive unterschiedlicher Rollen simuliert.

Während die Staatschefs mit dem Schreiben von Regierungsprogrammen, dem Abschließen von Verträgen und der Vorbereitung der Reden für die UN-Vollversammlung beschäftigt waren, reisten die Wirtschaftsminister an die internationale Börse, um durch geschickten Handel den Lebensstandard und Bedarf der jeweiligen Bevölkerung in den Regionen zu decken oder gar zu heben. Die Staatsminister hatten die Aufgabe, über geeignete sicherheitspolitische Maßnahmen den Weltfrieden und das Wohlergehen der Weltbevölkerung zu sichern.

Die weltweiten Finanzströme wurden in den komplexen Spielprozessen von den Weltbankern Pascal Ortscheid und Max Gärtner überwacht und ggf. gemäß den geltenden Regeln korrigiert.

Neben der Staatenwelt wurde auch die Medien- und Gesellschaftswelt in der Simulation abgebildet: So sorgte eine Gruppe von Schülerinnen für das regelmäßige Erscheinen der POL&IS-Presseschau, welche nicht nur die von den Schülerinnen und Schülern inszenierten Spannungen zwischen einzelnen Regionen aufdeckte, sondern auch die globalen Probleme vom Klimaschutz bis zum Müllberg sowie die zwischenmenschlichen Konflikte, Anti- und Sympathien der einzelnen Regierungschefs und ihrer Minister untereinander in den Blick nahm.

Für die Rettung des Klimaschutzes und die Wahrung der Menschenrechte engagierten sich oftmals lautstark mit Demonstrationen und eindringlichen Appellen Fiona Huth, Julia Felsing und Hannah Claßen, die in die Rolle von Greenpeace- und Amnesty International-Aktivistinnen schlüpften. Das Spendensammeln, der Schutz der Menschenrechte, Werbung für moderne Umweltschutztechniken und das Verringern des internationalen Müllproblems lag im Zentrum ihres Engagements.

Geleitet wurde die jährliche UN-Vollversammlung aller am Spiel beteiligten Akteure von den Schülerinnen und Schülern selber. So sorgten Oliver Horn und Steffen Dennert als souveräne Generalsekretäre für die Moderation der rund einstündigen Veranstaltung zum Abschluss des jeweiligen POL&IS-Jahres.

Besonders an der Jubiläumsausgabe von POL&IS waren ohne Zweifel die zahlreichen verkleideten Akteure, die mit Hilfe eines bewusst gewählten Outfits problemlos in ihre Rollen schlüpften und die arabische oder afrikanische Welt ausdrucksstark in den Seminarraum trugen. Auch die T-Shirts der amerikanischen Delegation mit der Aufschrift „Make America think again!“ wussten zu überzeugen.

Zum zehnten Mal führte die Fachkonferenz Sozialwissenschaften des Lise-Meitner-Gymnasiums Geldern diese Simulation in Winterberg durch. Und immer wieder zeigt sich die hervorragende Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler teilweise bis spät abends, die einzelnen Spielphasen zu durchlaufen und engagiert zu arbeiten.

„Ihr wart eine prima Gruppe!“, lautete dann auch das Fazit des leitenden Jugendoffiziers Herrn Ginster, der für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich zeichnete. „ Gerne arbeiten wir auch im nächsten Jahr mit Eurer Schule zusammen.“

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun in den Unterrichtsreihen der Leistungs- und Grundkurse Sozialwissenschaften vertieft und im August 2018 folgt dann die elfte Auflage von POL&IS am LMG in Winterberg.

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