30 Schülerinnen und Schüler des LMG lernen das Regierungshandwerk in den internationalen Beziehungen

Zum elften Mal erlebten die Oberstufenschüler des Lise-Meitner-Gymnasiums im Fach Sozialwissenschaften die schon traditionell zum Schuljahresbeginn stattfindende POL&IS-Simulation. Für die Durchführung konnte zum ersten Mal auf die Waldkaserne Hilden mit ihren optimalen Unterbringungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden.

Für drei Tage beschäftigen sich die Teilnehmer aus den sozialwissenschaftlichen Grund- und Leistungskursen der Qualifikationsphase mit zentralen Problemen der Weltpolitik im Rahmen von POL&IS (Abkürzung für "Politik und Internationale Sicherheit").
Unter der Anleitung von Jugendoffizier David Ginster und zwei weiteren Kollegen sowie den Fachlehrern Frau Reichelt und Herrn Brauers erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das an der Universität Erlangen entwickelte Simulationsspiel durchzuführen. Innerhalb einer in zehn Regionen geteilten Welt wurden komplexe weltpolitische Vorgänge aus der Perspektive unterschiedlicher Rollen simuliert.

 
   

Während die Staatschefs mit dem Schreiben von Regierungsprogrammen, dem Abschließen von Verträgen und der Vorbereitung der Reden für die UN-Vollversammlung beschäftigt waren, reisten die Wirtschaftsminister an die internationale Börse, um durch geschickten Handel den Lebensstandard und Bedarf der jeweiligen Bevölkerung in den Regionen zu decken oder gar zu heben. Die Staatsminister hatten die Aufgabe, über geeignete sicherheitspolitische Maßnahmen den Weltfrieden und das Wohlergehen der Weltbevölkerung zu sichern.

Die weltweiten Finanzströme wurden in den komplexen Spielprozessen von den Weltbankern Benedict Behmenburg und Felix Elbers überwacht und ggf. gemäß den geltenden Regeln korrigiert.

Neben der Staatenwelt wurde auch die Medien- und Gesellschaftswelt in der Simulation abgebildet: So sorgten Noah Houken und Marian-Luca Schmidt für das regelmäßige Erscheinen der POL&IS-Presseschau, welche nicht nur die von den Schülerinnen und Schülern inszenierten Spannungen zwischen einzelnen Regionen aufdeckte, sondern auch die globalen Probleme vom Klimaschutz bis zum Müllberg sowie die zwischenmenschlichen Konflikte, Anti- und Sympathien der einzelnen Regierungschefs und ihrer Minister untereinander in den Blick nahm.

Für die Rettung des Klimaschutzes und die Wahrung der Menschenrechte engagierten sich oftmals lautstark mit Demonstrationen und eindringlichen Appellen Julia Speis und Jenna Verhoeven, die in die Rolle von Greenpeace- und Amnesty International-Aktivistinnen schlüpften. Das Spendensammeln, der Schutz der Menschenrechte, Werbung für moderne Umweltschutztechniken und das Verringern des internationalen Müllproblems lag im Zentrum ihres Engagements.

Geleitet wurde die jährliche UN-Vollversammlung aller am Spiel beteiligten Akteure von den Schülerinnen und Schülern selber. So sorgten Hannah Funk und Sophie Liesen als souveräne Generalsekretärinnen für die Moderation der rund einstündigen Veranstaltung zum Abschluss des jeweiligen POL&IS-Jahres.

Besonders an dieser POL&IS-Simulation waren ohne Zweifel die elegant gekleideten europäischen Akteure Max Flaskühler, Marie Kuchenmüller und Finn Mertins, die als faire Verhandler und Brückenbauer ebenso wie die Nordamerikaner Nils Houken, Tage Woywood und Zoe Krappen als dominierende Weltmächte ihren Beitrag zu einer friedvollen POL&IS-Welt leisteten. Besonders authentisch kam der Auftritt der russischen Delegation mit Lorena Heekeren, Jonas Spliethoff und Sophie Urbaneck daher: Alle drei entschieden sich trotz sommerlicher Temperaturen für eine winterliche Kopfbedeckung und gaben so ihrer Rolle eine weitere Portion Originalität und Glaubwürdigkeit.
Und so kam die größte Gefahr für die Akteure und ihre Arbeit für den Weltfrieden aus der umliegende Natur … Einige Wildschweine waren jüngst auf dem Kasernengelände unterwegs gewesen und Vorsicht bei abendlichen Spaziergängen wurde vom Wachpersonal angemahnt.

Zum elften Mal führte die Fachkonferenz Sozialwissenschaften des Lise-Meitner-Gymnasiums Geldern diese Simulation durch. Und immer wieder zeigt sich die hervorragende Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler teilweise bis spät abends, die einzelnen Spielphasen zu durchlaufen und engagiert zu arbeiten.

„Ihr wart wieder einmal eine top Gruppe!“, lautete dann auch das Fazit des leitenden Jugendoffiziers Herrn Ginster, der für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich zeichnete. „ Gerne arbeiten wir auch im nächsten Jahr mit Eurer Schule zusammen.“

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun in den Unterrichtsreihen der Leistungs- und Grundkurse Sozialwissenschaften vertieft und im August 2019 folgt dann die zwölfte Auflage von POL&IS am LMG in Hilden, wo sich auch sämtliche Wildschweine friedvoll und zurückhaltend verhielten.

c-bra18

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